Altarleuchter

Zwei dreiarmige Kerzenständer stehen in der Martinskirche auf dem Altar. Ob es sich bei der Arbeit von Schlossermeister Schairer um dessen eigene Entwürfe, oder um Vorschläge von Architekt Elsäßer oder von Pfarrer Konrad Hölderlin handelt, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen. 

Wer die Kerzenständer länger und intensiver betrachtet, entdeckt ihre Theologie. Vier geschwungene Beine halten den Ständer, vier, die Zahl der Evangelisten. Aus der Mitte empor wächst wie ein Lebensbaum ein Herz, Sinnbild der Liebe. " Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe aber ist die größte unter ihnen." schreibt Paulus in 1.Kor 13,13, seinem Hohen Lied der Liebe. Und diese große Liebe ist uns in Christus zugewandt. Seine Liebe hat den Weg ans Kreuz nicht gescheut, um uns Menschen der Liebe Gottes sicher zu machen. Und inmitten des Herzes im Altarleuchter kreuzen sich auch die Kerzenarme, sich fortsetzend in den drei Kerzenhaltern, zu lesen als Symbol für die Dreieinigkeit: Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Die Altarleuchter, zwei stumme Prediger der Liebe Gottes und der Trinität in der Martinskirche.

Über Ihnen, vom Chorbogen hängend ist das Holzkruzifix der Vorgängerkirche angebracht. Es ist eingebettet in einen ebenfalls von Schlossermeister Schairer  kunstgeschmiedeten Rahmen voller Blatt und Rankenwerk.



© Gerlinde Henrichsmeyer