Rückblick Gemeindefest vom 11.11. 2018

Heißt es nicht Eulen nach Athen zu tragen, wenn man über das alljährliche Fest der evangelischen Kirchengemeinde berichten will?

Im Prinzip ja, in diesem Fall nicht.
In diesem Jahr war nämlich neben der Einladung zum ebenso beliebten wie traditionsreichen Maultaschenessen eine Überraschung angekündigt worden, über die der Buschfunk allerlei Unglaubliches zu tuscheln wusste. Gemessen an der Zahl der über die Theke bzw. in die Mägen gewanderten selbstgemachten Maultaschen in köstlicher Brühe samt dem unverzichtbaren schwäbischen Kartoffel- und Endiviensalat, musste halb Mittelstadt in die Festhalle geeilt sein. Jedenfalls gab es einen Riesenandrang, über den sich die Veranstalter natürlich freuten, dem sie aber nur unter Aufbietung aller Reserven gewachsen waren.

Doch nun der Reihe nach: Vor dem kulinarischen und kulturellen Genuss gab es im  Gottesdienst in der Martinskirche geistliche Nahrung. Pfarrerin Gerlinde Henrichsmeyer hatte den Psalm 31 mit den Worten „du stellst meine Füße auf weiten Raum“ und den Paulusbrief an die Korinther, in dem über einen Wettlauf geschrieben wird, der zum Sieg führt, in den Mittelpunkt ihrer Predigt gestellt. Mit Hilfe vieler Konfirmandinnen und Konfirmanden und fast ebenso vieler Schuhe aller Art und Funktion, veranschaulichte sie der Gemeinde, auf welch vielfältige Weise wir die Wege zu unseren Zielen gehen und finden können und dass der Glaube uns die Richtung weist.
In diesem Gottesdienst stellte sich Frau Natalia Rausch, die als zusätzliche Unterstützung für den Orgeldienst gewonnen werden konnte, am Klavier der Gemeinde vor.

Doch zurück in die Festhalle. Noch waren nicht alle Hungrigen gesättigt, da erschienen auf der Bühne zwei eifrige Mittelstädterinnen in traditioneller Kehrwochenmontur und mit allerlei Putzgerät bewaffnet, um beherzt auch das kleinste Staubkorn zu beseitigen. Doch zuvor mussten sie ihre wichtigsten Neuigkeiten austauschen, etwa über die angebliche Verabschiedung unserer Pfarrerin oder über deren tatsächliches Kletterabenteuer im Talar über die Mauer beim Kinderbibeltag. Wie auf Kommando trat die Pfarrerin im geistlichen Gewand zu den Schwatzenden, die in Ehrfurcht verstummten. Sollte jetzt etwa eine neue Predigt kommen? Vielleicht gar eine Moralpredigt? Die arglose Frage eines naseweisen Buben half, das Rätsel zu lösen: mit wenigen Handgriffen fiel der Talar zu Boden. Wo eben noch eine Respektsperson die Szene beherrschte, stand plötzlich eine farbenfroh gekleidete Tänzerin, die mit ihrem Sohn eine reife Boogie-Woogie-Performance darbot. So etwas hatte unsere Festhalle wohl noch nicht erlebt, und wer nicht dabei war, hatte tatsächlich etwas verpasst. Die Zugaberufe ebbten erst ab, als Gerlinde Henrichsmeyer völlig außer Atem war. Schnell wechselte Johannes zu seiner wahren Tanzpartnerin, mit der er einen hinreißenden Tanz mit akrobatischen EInladen vorführte. Der lang anhaltende Beifall drückte Anerkennung, Dank und die Hoffnung auf Wiederholung 2019 aus.
Nach diesem Highlight übernahm die Seniorenkapelle des Musikvereins die weitere Unterhaltung und begeisterte mit ihrer gekonnt vorgetragenen böhmisch-mährischen Blasmusik die Zuhörer auf ihre Weise. Auch sie konnten den Beifall nur durch eine Zugabe beenden.
Inzwischen hatte auch das reichhaltige, leckere Kuchenbuffet genügend Gäste dazu verführt, erst am nächsten Tag auf die schlanke Linie zu achten, denn bei guter Laune und den vielen Gesprächen schmeckt es einfach am besten.

Ein rundum gelungenes Fest fand seinen Abschluss in dem herzlichen Dank an die zahlreichen Helferinnen und Helfer. Sie namentlich aufzuzählen, ist trotz aller Verdienste nicht möglich. Stellvertretend für das 23-köpfige Küchenteam sei unserm Koch, Peter Albrecht und der Organisatorin, Andrea Veit, hohe Anerkennung und Dank ausgesprochen. Konfirmanden und Konfirmandinnen, Mütter und Väter, große und kleinere Geschwister und viele, viele fleißige Gemeindeglieder haben durch ihren Einsatz und ihre Spenden dieses Fest ermöglicht. Es war unübersehbar, dass sie ihre zahlreichen Gäste erfreut und zufrieden gemacht haben. Möge das ihr schönster Dank sein, denn die Freude, die wir schenken, kommt in reichem Maß zurück.

Gertraude Ralle